Aus einem alten 200-Liter-Metallfass, einer ausgedienten Waschmaschinentrommel und einer Grillplatte lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick eine individuelle Feuertonne für den Garten bauen. Durch die Kombination aus Upcycling, Feuerstelle und Grillmöglichkeit entsteht ein praktisches Projekt, bei dem alte Materialien eine neue Verwendung finden.
Material und Werkzeug
Materialien
- Metallfass mit 200 Litern Fassungsvermögen
- Alte Waschmaschinentrommel aus Edelstahl
- Metallkette oder eine vergleichbare hitzebeständige Befestigung, beispielsweise ein geeignetes Metall-Regalsystem
- Hitzebeständiger Ofen- oder Auspufflack
- Grillplatte
- Geeignete Abstandshalter für die Grillplatte
Werkzeuge
- Bohrmaschine oder Akkuschrauber mit geeigneten Metallbohrern
- Metall-Lochsäge
- Winkelschleifer (Flex) mit geeigneter Drahtbürste, Schleifaufsatz und Trennscheiben
- Passende Schutzausrüstung für die Metallbearbeitung
Schritt 1: Deckel entfernen
Zunächst wird der Deckel der Tonne mithilfe eines Winkelschleifers (Flex) entfernt. Dabei sollte möglichst sauber entlang des oberen Randes gearbeitet werden, damit eine gleichmäßige Öffnung entsteht.
Wichtig: Das Fass darf nur bearbeitet werden, wenn sicher feststeht, dass es keine brennbaren oder gefährlichen Rückstände enthält. Ein Fass mit unbekannter Vorgeschichte darf keinesfalls aufgeschnitten oder erhitzt werden.
Schritt 2: Vier Löcher für die Luftzufuhr bohren
Damit das Feuer ausreichend Sauerstoff erhält, werden im unteren Bereich der Tonne vier gleichmäßig verteilte Luftlöcher angebracht. Der Durchmesser beträgt jeweils ungefähr 60 mm.
Zunächst werden die Positionen gleichmäßig am Umfang angezeichnet. Anschließend werden die Löcher mit einer geeigneten Metall-Lochsäge ausgeschnitten.
Nach dem Bohren sollten sämtliche scharfen Kanten sorgfältig entgratet werden. Die Öffnungen sorgen dafür, dass ausreichend Luft in den Brennraum gelangen kann und das Holz besser verbrennt.
Schritt 3: Tonne vorbereiten und alte Beschichtungen entfernen
Vor der Oberflächenbearbeitung muss geklärt sein, aus welchem Material das Fass besteht und ob es beschichtet ist. Das einfache Ausbrennen mit Holz ist nicht für jedes Fass geeignet: Alte Lacke, verzinkte Oberflächen und unbekannte Rückstände können beim Erhitzen gefährliche Dämpfe freisetzen.
Am besten wird ein unbehandeltes, für die Verwendung als Feuerstelle geeignetes Stahlfass verwendet. Unbekannte Beschichtungen sollten nicht durch eigenständiges Ausbrennen entfernt werden.
Schritt 4: Oberfläche gründlich reinigen
Nach der Vorbereitung wird die Außenseite der Tonne mit einer Drahtbürste oder einem geeigneten Schleifaufsatz am Winkelschleifer von losem Rost und Schmutz befreit. Für kleinere Stellen eignet sich ein Scheuerpad.
Dabei sollte möglichst gleichmäßig gearbeitet werden, damit eine saubere Oberfläche für den späteren Lackauftrag entsteht. Abschließend werden Staub und Schleifrückstände vollständig entfernt.
Bei der Arbeit mit dem Winkelschleifer sind Schutzbrille, Gehörschutz und geeigneter Atemschutz erforderlich. Außerdem müssen Funken von brennbaren Materialien ferngehalten werden.
Schritt 5: Feuertonne lackieren
Für die Außenseite wird ein hitzebeständiger Metalllack verwendet, der für die zu erwartenden Temperaturen geeignet ist. Die Verarbeitung erfolgt gemäß den Herstellerangaben.
Vor dem Lackieren muss die Oberfläche trocken, sauber und fettfrei sein. Mehrere dünne Schichten können dabei sinnvoller sein als eine dicke Lackschicht.
Die Innenseite des Brennraums habe ich persönlich nie lackiert. Ob eine Beschichtung verwendet werden kann, hängt vom jeweiligen Produkt und dessen Freigabe für den konkreten Einsatz ab. Im direkten Feuerbereich sollte kein gewöhnlicher Lack verwendet werden.
Schritt 6: Waschmaschinentrommel einsetzen
Die Waschmaschinentrommel aus Edelstahl bildet das Herzstück der Feuertonne. Durch ihre zahlreichen Öffnungen kann Luft zirkulieren, wodurch sie sich als Brenneinsatz eignet.
Die Trommel wird mittig in die Tonne eingesetzt und mithilfe von Metallketten positioniert. Alternativ kann ein geeignetes Metall-Regalsystem oder eine andere stabile Halterung verwendet werden.
Wichtig ist, dass die Trommel sicher sitzt, nicht kippen kann und die Befestigung für die auftretenden Temperaturen geeignet ist. Vor dem Einsetzen sollten alle Kunststoffteile, Gummidichtungen und sonstigen nicht hitzebeständigen Bestandteile entfernt werden.
Schritt 7: Abstandshalter und Grillplatte anbringen
Zwischen der Grillplatte und dem oberen Rand der Tonne wird ein Luftspalt benötigt. Dieser ermöglicht eine bessere Luftzirkulation und unterstützt die Verbrennung.
Ich habe dafür fertige Abstandshalter verwendet. Die Grillplatte kann anschließend auf die Abstandshalter aufgelegt werden.
Dabei ist darauf zu achten, dass die Platte stabil aufliegt, nicht verrutschen kann und sich bei der Erwärmung nicht gefährlich verschiebt. Alle verwendeten Bauteile müssen für die auftretenden Temperaturen geeignet sein.
Schritt 8: Feuertonne anzünden und Grillplatte einbrennen
Vor der ersten Nutzung werden alle Bauteile noch einmal auf festen Sitz und Stabilität überprüft.
Anschließend wird geeignetes, trockenes Holz in die Trommel gelegt und entzündet. Die Grillplatte wird entsprechend dem Material und den Herstellerangaben vorbereitet. Bei einer geeigneten Stahlplatte wird die Oberfläche zunächst gereinigt, dünn mit einem passenden Speiseöl eingerieben und durch kontrolliertes Erhitzen eingebrannt.
Bei beschichteten Grillplatten sind stattdessen die Pflege- und Einbrennhinweise des Herstellers zu beachten.
Arbeits- und Gesundheitsschutz
Beim Bau und beim späteren Betrieb der Feuertonne sind einige grundlegende Sicherheitsregeln zu beachten:
- Schutzbrille, Gehörschutz und geeigneten Atemschutz bei Schleif- und Schneidarbeiten tragen.
- Beim Einsatz des Winkelschleifers auf Funkenflug und einen sicheren Arbeitsbereich achten.
- Nur Fässer mit sicher bekannter Vorgeschichte und geeigneter Materialbeschaffenheit verwenden.
- Die Feuertonne auf einem ebenen, nicht brennbaren Untergrund aufstellen und ausreichenden Abstand zu Gebäuden, Pflanzen und Gartenmöbeln einhalten.
- Die Feuertonne niemals unbeaufsichtigt betreiben.
- Geeignete Löschmittel bereithalten und örtliche Brandschutzvorgaben sowie mögliche Feuerverbote beachten.
Fazit
Mit einem geeigneten 200-Liter-Metallfass, vier Luftlöchern, einer Waschmaschinentrommel aus Edelstahl und einer passenden Grillplatte lässt sich eine individuelle Feuertonne selber bauen. Besonders wichtig sind die sichere Materialauswahl, eine gründliche Oberflächenvorbereitung und eine stabile Befestigung des Brenneinsatzes.
So entsteht aus alten Metallteilen ein vielseitiges Upcycling-Projekt, das Feuerstelle und Grillmöglichkeit miteinander verbindet.







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