Pollack gehören zu den spannendsten Fischen, die man in norwegischen Fjorden mit der Spinnrute befischen kann. Man braucht dafür kein schweres Norwegen-Gerät und muss auch nicht zwingend in große Tiefen fahren. Oft liegen die Fische erstaunlich flach – entscheidend ist vor allem, die richtige Struktur zu finden.
Pfahl, Untiefe und Felskante
Ein Pfahl, der aus dem Wasser ragt, ist für sich genommen noch kein Hotspot. Er kann aber ein interessanter Hinweis sein. Denn häufig befinden sich rund um solche Stellen Untiefen, Felsen oder Kanten.
Also nicht einfach am Pfahl vorbeifahren, sondern kurz das Echolot und die Seekarte anschauen.
Wie sieht der Grund darunter aus? Gibt es eine Erhebung? Fällt der Grund daneben plötzlich ab? Gibt es eine Strömungskante?
Besonders interessant wird die Stelle, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen: Pfahl + Untiefe + Felskante + Strömung.
Dann lohnt sich der erste Wurf.
Pollack stehen oft erstaunlich flach
Beim Spinnfischen muss man nicht sofort in 30 oder 50 Meter Tiefe suchen. Ein guter Ausgangsbereich sind ungefähr 2 bis 20 Meter Wassertiefe.
Gerade über flacheren Felsen, an Kanten und rund um Untiefen können Pollack auf Beute lauern. Das macht die Fischerei mit leichtem Spinngerät besonders spannend.
Beginne ruhig flach. Wenn dort nichts passiert, lässt du den Köder beim nächsten Wurf etwas länger absinken und fischst dadurch tiefer.
So kannst du die Wassersäule Schritt für Schritt absuchen, ohne ständig den Platz wechseln zu müssen.
Gleichmäßig einholen
Die Köderführung ist dabei erstaunlich einfach.
Auswerfen – absinken lassen – gleichmäßig einholen.
Ein Gummifisch oder Shad muss nicht ständig aggressiv gezupft werden. Gerade ein sauber und gleichmäßig laufender Köder kann Pollack zum Angriff reizen.
Die Geschwindigkeit darf dabei ruhig etwas höher sein. Wenn keine Bisse kommen, kannst du langsamer werden oder den Köder etwas tiefer laufen lassen.
Wichtig ist, dir zu merken, wann der Biss kommt.
War der Köder fünf Sekunden abgesunken? Zehn Sekunden? Lief er schnell oder langsam?
Wenn mehrere Bisse unter ähnlichen Bedingungen kommen, hast du die richtige Kombination aus Tiefe und Köderführung gefunden.
Felskanten genau anwerfen
Besonders gut lässt sich eine Kante vom Boot aus befischen. Wirf möglichst nah an die Struktur und führe den Köder anschließend über oder entlang der Kante.
Dabei muss der Köder nicht direkt am Grund laufen.
Pollack können mitten in der Wassersäule stehen und dort kleine Fische jagen. Deshalb lohnt es sich, dieselbe Kante in unterschiedlichen Tiefen abzufischen.
Auch kleine Unterwasserberge oder einzelne Felsnasen können interessant sein.
Wenn das Echolot beispielsweise zeigt, dass der Grund von 20 Metern plötzlich auf 5 Meter ansteigt, ist das eine Stelle, die man nicht einfach links liegen lassen sollte.
Strömung macht die Stelle noch interessanter
Wo Wasser in Bewegung kommt, lohnt sich ein genauer Blick.
Fjordverengungen, Inselspitzen, Kanten von Untiefen oder Bereiche hinter einem Hindernis können Strömung erzeugen. Dort können sich Beutefische sammeln – und damit auch Räuber.
Man muss dabei nicht mitten in der stärksten Strömung angeln. Häufig sind die Übergänge zwischen ruhigem und bewegtem Wasser interessanter.
Mit dem Boot kannst du eine solche Kante langsam abdriften und mehrere Würfe aus unterschiedlichen Winkeln machen.
Die richtige Spinnrute
Für diese Art der Pollackfischerei reicht eine relativ leichte Ausrüstung.
Eine Spinnrute von etwa 2,40 bis 2,70 Meter mit 20–60 g Wurfgewicht ist eine gute Allround-Kombination. Dazu eine 2500er bis 4000er Stationärrolle und geflochtene Schnur.
Beim Vorfach sollte man nicht zu dünn werden. Gerade an Felskanten, Tangfeldern und Muschelbänken ist ein kräftiges Fluorocarbon sinnvoll.
Etwa 0,30–0,45 mm ist eine gute Größenordnung, abhängig von Struktur und Köder.
Denn der eigentliche Kampf beginnt oft direkt nach dem Biss.
Der Pollack-Biss
Wenn ein Pollack den Köder nimmt, ist Schluss mit gemütlichem Einholen.
Der Fisch kann unmittelbar nach dem Biss in Richtung Felsen oder Tang flüchten. Genau deshalb macht Pollackangeln mit leichtem Gerät so viel Spaß.
Die Rute biegt sich, die Bremse arbeitet und plötzlich wird aus einem unscheinbaren Wurf an einer Felskante ein richtig spannender Drill.
Hier sollte die Bremse nicht komplett zugedreht sein, aber auch nicht so weich eingestellt werden, dass der Fisch problemlos in die nächste Felsstruktur kommt.
Welche Köder?
Viel braucht man nicht.
8–15 cm große Gummifische und Shads sind eine sehr gute Ausgangsbasis. Dazu passende Jigköpfe für die jeweilige Tiefe und Strömung.
Auch schlanke Blinker und kleinere Pilker können funktionieren.
Wichtiger als zehn verschiedene Farben ist, den Köder dort anzubieten, wo die Fische stehen.
Deshalb lieber eine interessante Felskante gründlich abfischen, als ständig den Köder zu wechseln.
Der einfache Pollack-Check
Wenn du mit dem Boot unterwegs bist und einen interessanten Bereich siehst, schau auf fünf Dinge:
Pfahl – Untiefe – Felskante – Strömung – Tiefenwechsel.
Je mehr davon zusammenkommen, desto interessanter wird die Stelle.
Ein Pfahl allein bedeutet nicht automatisch Pollack. Eine Untiefe allein ebenfalls nicht. Aber wenn neben einem Pfahl eine Untiefe liegt, der Grund auf einer Seite steil abfällt und zusätzlich Strömung vorhanden ist, würde ich dort definitiv ein paar Würfe machen.
Am besten zunächst im Bereich von 2 bis 20 Metern.
Köder absinken lassen, gleichmäßig einholen, verschiedene Tiefen ausprobieren – und aufmerksam bleiben.
Denn beim Pollack kann der nächste Wurf genau der sein, bei dem die Spinnrute plötzlich bis ins Handteil krumm steht.










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