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Steckbrief: Seelachs

1. Allgemeine Merkmale

Der Seelachs (Pollachius virens), auch Köhler genannt, gehört zur Familie der Dorsche (Gadidae). Er ist ein schneller, kräftiger Schwarmfisch und ein beliebter Zielfisch beim Meeresangeln in Norwegen. Trotz seines Namens ist er nicht mit dem Lachs verwandt.

  • Körperform: Langgestreckt, schlank und kräftig
  • Färbung: Dunkelgrauer bis grünlich-schwarzer Rücken, silberne Flanken und heller Bauch
  • Erkennungsmerkmale: Helle, gerade Seitenlinie, spitz zulaufender Kopf und meist fehlender Kinnbartfaden
  • Größe: Häufig 60–90 cm, große Exemplare können etwa 130 cm erreichen
  • Gewicht: Meist wenige Kilogramm; sehr große Fische können über 20 kg wiegen
  • Lebensraum: Nordostatlantik, Nordsee und norwegische Küstengewässer
  • Wassertiefe: Von oberflächennahen Wasserschichten bis in mehrere Hundert Meter Tiefe
  • Lebensweise: Aktiver Schwarmfisch, der weite Strecken zurücklegt

2. Lebensweise und Nahrung

Der Seelachs ist ein aktiver Raubfisch, der sich überwiegend im freien Wasser aufhält. Er bildet häufig große Schwärme und folgt seinen Beutefischen durch die Wassersäule. Dabei kann er sowohl in Küstennähe als auch weit draußen auf dem offenen Meer vorkommen.

Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Heringen, Sprotten, Sandaalen und anderen kleineren Fischen. Zusätzlich frisst er Krebstiere. Junge Seelachse ernähren sich zunächst überwiegend von kleinen Krebstieren und anderen Planktonorganismen.

In norwegischen Gewässern ist der Seelachs ganzjährig anzutreffen. Große Exemplare halten sich häufig im freien Wasser über tiefen Plateaus, Unterwasserbergen und Kanten auf. Wo sich große Schwärme von Beutefischen sammeln, sind oft auch räuberische Seelachse zu finden.

3. Fangtechniken

Beim Meeresangeln in Norwegen lässt sich der Seelachs mit verschiedenen Methoden fangen. Da er schnell schwimmt und kräftig kämpft, ist er auch bei erfahrenen Meeresanglern ein beliebter Zielfisch.

Pilken: Schmale Pilker werden durch die Wassersäule geführt und mit schnellen oder wechselnden Bewegungen angeboten. Besonders über Unterwasserbergen und an Kanten kann diese Methode erfolgreich sein.

Gummifischangeln: Große Gummifische werden mit Jigköpfen in unterschiedlichen Gewichten gefischt. Der Köder kann zügig durch die Wassersäule geführt werden, um aktive Seelachse anzusprechen.

Leichtes Spinnfischen: Mit leichterem Gerät und schlanken Kunstködern lassen sich Seelachse sportlich befischen. Diese Methode eignet sich besonders, wenn die Fische oberflächennah jagen.

Beifänger-Montagen: Kleine künstliche Fischimitationen oberhalb des Pilkers können zusätzliche Bisse bringen, wenn die Seelachse in Schwärmen unterwegs sind.

Naturköderangeln: Fischfetzen oder kleine Köderfische können ebenfalls eingesetzt werden. Beim gezielten Angeln auf große Seelachse sind aktive Kunstköder jedoch besonders beliebt.

Ein wichtiges Hilfsmittel ist das Echolot. Damit lassen sich Fischschwärme erkennen und ihre Position in der Wassersäule bestimmen. Der Köder sollte möglichst in der Tiefe angeboten werden, in der sich die Fische tatsächlich aufhalten.

4. Beliebte Fanggebiete in Norwegen

Norwegen bietet entlang seiner langen Küste zahlreiche gute Reviere für das Seelachsangeln. Besonders interessant sind Gebiete mit starken Strömungen, tiefen Plateaus und großen Heringsbeständen.

  • Lofoten: Die Region bietet abwechslungsreiche Unterwasserstrukturen und gute Möglichkeiten, Seelachse über Plateaus und tiefen Kanten zu finden.
  • Vesterålen: Tiefe Meeresbereiche und vorgelagerte Unterwasserberge sind interessante Angelplätze, insbesondere wenn große Schwärme von Beutefischen auftreten.
  • Saltstraumen und Bodø: Die strömungsreichen Gewässer Nordnorwegens sind für kapitale Seelachse bekannt. Die Gezeiten und Strömungsverhältnisse müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
  • Hitra und Flatanger: Diese Regionen in Mittelnorwegen sind beliebte Angelziele und bieten zahlreiche Plateaus, Riffe und tiefe Wasserbereiche.
  • Møre og Romsdal: Die vorgelagerten Meeresbänke und tieferen Küstengewässer können gute Bedingungen für größere Seelachse bieten.
  • Varangerfjord und Finnmark: Im hohen Norden finden sich ausgedehnte Küsten- und Meeresgebiete, in denen Seelachse vorkommen.

Der Fangerfolg hängt stark vom Vorkommen der Beutefische, der Jahreszeit, der Strömung und der Position der Schwärme ab.

5. Bevorzugte Angelplätze im Fjord

Seelachse sind bewegliche Jäger und stehen häufig nicht direkt am Grund. Deshalb lohnt es sich, neben dem Boden auch die mittleren und oberen Wasserschichten abzusuchen.

Besonders interessante Bereiche sind:

  • Unterwasserberge: Erhebungen, an denen sich Strömungen und Beutefische konzentrieren.
  • Tiefe Plateaus: Große Seelachse können über tiefen Plateaus jagen, insbesondere wenn dort Heringsschwärme vorkommen.
  • Kanten und Abbruchkanten: Übergänge zwischen unterschiedlichen Wassertiefen sind gute Ausgangspunkte für die Suche nach jagenden Schwärmen.
  • Fjordausgänge: Hier treffen unterschiedliche Strömungen und Wassermassen aufeinander.
  • Strömungsreiche Bereiche: Starke Strömungen können Nahrung und kleinere Fische konzentrieren und dadurch Räuber anlocken.
  • Offene Wasserflächen über tiefem Grund: Große Seelachse folgen ihren Beutefischen häufig im freien Wasser, auch wenn der Meeresboden weit unter ihnen liegt.

Ein Echolot ist besonders hilfreich, um die Tiefe der Schwärme zu bestimmen. Werden Fische beispielsweise in 30 bis 50 Metern Tiefe angezeigt, sollte der Köder gezielt in diesem Bereich geführt werden, statt ausschließlich am Grund zu angeln.

6. Jahreszeiten und Fangzeiten

Seelachse lassen sich in Norwegen grundsätzlich das ganze Jahr über fangen. Die besten Bedingungen hängen jedoch von der Region, der Wassertemperatur und dem saisonalen Auftreten der Beutefische ab.

  • Frühjahr: Seelachse sind an Küstenbereichen und tieferen Strukturen anzutreffen. Mit dem saisonalen Wechsel können sich ihre Aufenthaltsorte verändern.
  • Sommer: Die längeren Tage und guten Wetterbedingungen ermöglichen ausgedehnte Angeltouren. Seelachse können über Plateaus und in unterschiedlichen Wasserschichten gefangen werden.
  • Herbst: In Mittelnorwegen und Nordnorwegen kann diese Zeit besonders interessant für große Seelachse sein. Häufig folgen sie großen Heringsschwärmen, die sich küstennah sammeln.
  • Winter: Seelachse ziehen sich je nach Region und Bedingungen in tiefere Bereiche zurück. Wetter und Seegang können die Angelei erschweren.

Seelachse jagen häufig tagsüber, können aber auch zu anderen Tageszeiten aktiv sein. Entscheidend ist weniger eine feste Uhrzeit als vielmehr die Frage, wo sich die Beutefische befinden und in welcher Tiefe die Seelachse jagen.

Fazit

Der Seelachs ist ein schneller, kampfstarker Raubfisch und ein beliebter Zielfisch beim Meeresangeln in Norwegen. Besonders Unterwasserberge, tiefe Plateaus, Kanten und strömungsreiche Gebiete bieten gute Möglichkeiten, ihn zu finden. Mit Pilkern, Gummifischen und leichten Spinnködern lassen sich unterschiedliche Wasserschichten gezielt befischen. Wer die Schwärme mithilfe eines Echolots lokalisiert und seinen Köder auf deren Tiefe abstimmt, verbessert seine Fangchancen deutlich.

Fachliche Quellen: Fisch-Informationszentrum – Seelachs  und Hindrum Fjordsenter – Fischarten im Trondheimfjord .

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