Weniger Küchenpapier, weniger Restwasser und einfacheres Vakuumieren: Mit einem selbst gebauten Abtropfgestell kannst du deine Fischfilets nach dem Filetieren und dem Abspülen in Salzwasser optimal für die weitere Verarbeitung vorbereiten.
Wer in Norwegen selbst angelt, Fische filetiert und die Filets für den späteren Verzehr vakuumiert und einfriert, kennt das Problem: Nach dem Abspülen in Salzwasser sind die Filets noch nass. Normalerweise greift man schnell zu Küchenpapier, um die überschüssige Flüssigkeit aufzunehmen. Bei mehreren Fischen wird das allerdings aufwendig und verbraucht jede Menge Papier.
Eine einfache DIY-Lösung ist ein Abtropfgestell aus einem Holzrahmen und einer durchlässigen Auflage. Die Filets liegen darauf nebeneinander, während Wasser ablaufen kann und die umgebende Luft die Oberfläche abtrocknet.
Warum ein Abtropfgestell sinnvoll ist
Gerade bei der Verarbeitung größerer Mengen Fisch bietet ein solches Gestell mehrere Vorteile.
- Weniger Küchenpapier: Die Filets können zunächst von selbst abtropfen. Dadurch wird deutlich weniger Küchenpapier benötigt, um die verbleibende Feuchtigkeit aufzunehmen.
- Luft kann zirkulieren: Durch die offene Auflage gelangt Luft auch an die Unterseite der Filets. In der frischen Luft Norwegens kann die Oberfläche bei geeigneten Bedingungen zusätzlich abtrocknen.
- Weniger Flüssigkeit beim Vakuumieren: Je trockener die Filetoberfläche ist, desto geringer ist das Risiko, dass beim Vakuumieren Wasser oder Fischsaft in Richtung Schweißnaht gezogen wird. Das kann helfen, saubere und zuverlässige Schweißnähte zu erhalten.
- Weniger Probleme beim Einfrieren: Überschüssige Flüssigkeit in der Verpackung lässt sich reduzieren. Dadurch sammelt sich weniger Wasser oder Fischsaft im Beutel, und die Filets lassen sich sauberer verpacken.
- Mehr Ordnung bei der Verarbeitung: Mehrere Filets können nebeneinander liegen, statt aufeinanderzustapeln oder auf einer nassen Arbeitsfläche zu liegen.
Ein weiterer Vorteil ist die einfache Konstruktion: Das Gestell kann individuell an die verfügbare Arbeitsfläche, die Größe der Filets und die Menge des gefangenen Fisches angepasst werden.
Materialliste für den Eigenbau
Für ein Gestell mit einer Auflagefläche von etwa 60 × 40 cm benötigst du:
- 4 Holzleisten für den rechteckigen Rahmen
- 4 kurze Holzstücke als Füße
- Zusätzliche Querstreben für mehr Stabilität
- Armierungsgewebe beziehungsweise eine geeignete durchlässige Auflage
- Rostfreie Schrauben
- Geeignete Befestigungsmittel
- Schleifpapier
- Säge, Akkuschrauber und Maßband
Wichtig bei der Materialwahl: Herkömmliches Bau-Armierungsgewebe ist nicht automatisch für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln geeignet. Wenn du die Fischfilets direkt darauflegst, solltest du eine geeignete, lebensmittelkontaktkonforme Auflage verwenden. Alternativ eignet sich ein passendes Edelstahlgitter.
Schritt 1: Den Holzrahmen bauen
Säge die Holzleisten auf die gewünschte Länge. Für das Beispielgestell benötigst du zwei Leisten mit 60 cm und zwei mit 40 cm Länge.
Verschraube die Leisten zu einem stabilen Rechteck. Achte darauf, dass alle Verbindungen fest sitzen und der Rahmen auf einer ebenen Fläche nicht wackelt.
Wenn du größere oder schwerere Filets verarbeiten möchtest, kannst du zusätzliche Querstreben einbauen. Dadurch bleibt der Rahmen stabil und die Auflage hängt später nicht zu stark durch.
Schritt 2: Die Füße montieren
Befestige an jeder Ecke einen kurzen Fuß. Eine Höhe von etwa 5 bis 8 cm ist für einen ersten Prototyp ausreichend.
Die Füße sorgen dafür, dass die Filets erhöht liegen und das Wasser nach unten ablaufen kann. Unter das Gestell stellst du eine geeignete Auffangwanne, die das ablaufende Wasser aufnimmt.
Schritt 3: Die durchlässige Auflage befestigen
Schneide das geeignete Gewebe oder Gitter so zu, dass es den gesamten Rahmen abdeckt.
Spanne die Auflage gleichmäßig und befestige sie sicher. Sie sollte möglichst straff sitzen, damit sich keine tiefen Mulden bilden, in denen sich Wasser sammelt.
Achte darauf, dass keine scharfen Kanten, losen Fasern oder abstehenden Befestigungsmittel mit den Fischfilets in Kontakt kommen.
Nutzung des Gestells
Schritt 1: Fischfilets abtropfen lassen
Nach dem Filetieren werden die Fischfilets wie gewohnt in Salzwasser abgespült. Anschließend legst du sie nebeneinander auf das Gestell.
Die überschüssige Flüssigkeit läuft durch die Auflage nach unten ab. Gleichzeitig kann Luft an die Ober- und Unterseite der Filets gelangen. Wie schnell die Oberfläche abtrocknet, hängt unter anderem von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung ab.
Gerade in Norwegen kann die natürliche Luftbewegung in einem geeigneten, geschützten Arbeitsbereich hilfreich sein. Dabei gilt: Die Filets müssen während des gesamten Vorgangs ausreichend gekühlt bleiben. Das Gestell dient zum Abtropfen und nicht dazu, Fisch längere Zeit ungekühlt an der Luft liegen zu lassen.
Schritt 5: Besser vakuumieren und einfrieren
Das Abtropfgestell ist besonders praktisch, wenn die Filets anschließend vakuumiert und eingefroren werden sollen.
Restwasser an der Oberfläche kann beim Vakuumieren in Richtung der Schweißnaht gezogen werden. Feuchtigkeit oder Fischsaft im Nahtbereich können die zuverlässige Versiegelung erschweren. Wenn die Filets vorher gut abgetropft sind, lässt sich dieses Problem häufig reduzieren.
Vor dem Verpacken kannst du die Filets bei Bedarf noch kurz mit wenig Küchenpapier abtupfen. So brauchst du deutlich weniger Papier, als wenn du jedes Filet vollständig damit trocknen würdest.
Anschließend werden die Filets portionsweise vakuumiert und eingefroren. Weniger freie Flüssigkeit im Beutel sorgt für eine sauberere Verpackung. Beim Einfrieren können dadurch auch störende Flüssigkeitsansammlungen um die Filets reduziert werden.
Wichtig ist, dass die Filets nicht nur an der Oberfläche trocken sind, sondern auch weiterhin frisch und ausreichend gekühlt bleiben. Das Abtropfen ersetzt keine Kühlung und ist kein Verfahren zur Konservierung.
Fazit: Eine einfache Lösung für die Fischverarbeitung in Norwegen
Ein selbst gebautes Abtropfgestell ist ein praktischer Helfer für alle, die ihre selbst gefangenen Fische direkt nach dem Filetieren verarbeiten.
Es reduziert den Verbrauch von Küchenpapier, ermöglicht das Abfließen überschüssiger Flüssigkeit und bereitet die Filets auf das anschließende Vakuumieren und Einfrieren vor. Durch die offene Konstruktion kann Luft an die Filets gelangen, sodass ihre Oberfläche unter geeigneten Bedingungen zusätzlich abtrocknet.
Mit wenigen Holzleisten und einer passenden durchlässigen Auflage entsteht eine einfache, individuell anpassbare Lösung für die heimische Fischverarbeitung – besonders praktisch nach einem erfolgreichen Angeltag in Norwegen.







Leave a Reply