Wer regelmäßig Lebensmittel vakuumiert, kennt die enormen Preisunterschiede bei Vakuumiergeräten. Einfache Geräte gibt es bereits für rund 25 – 50 Euro, während hochwertige Modelle schnell mehrere hundert Euro kosten können.
Ich habe mir bei Amazonden Amazon Basics Vakuumierer für genau 26,46 Euro (im Angebot zum Prime Day) zum Testen gegönnt.
Ich habe in der Vergangenheit selbst deutlich teurere Vakuumierer genutzt – teilweise 10- bis 20-mal so teuer wie das hier getestete Gerät. Deshalb hat mich interessiert, wie groß der Unterschied im Alltag tatsächlich noch ist.
Mein Eindruck nach der Nutzung: Günstige Vakuumierer haben technisch deutlich aufgeholt.
Für rund 25 Euro bekommt man erstaunlich viel
Das Gerät gehört preislich eindeutig in die günstige Kategorie. Auf den ersten Blick würde man deshalb nicht unbedingt erwarten, dass es mit deutlich teureren Geräten mithalten kann.
Beim eigentlichen Vakuumieren sieht die Sache allerdings anders aus.
Die Pumpe entwickelt ordentlich Leistung und saugt die Luft kräftig aus dem Beutel. Das Vakuum lässt sich dabei kontrolliert aufbauen. Über die Pulse-Funktion kann der Saugvorgang beispielsweise unterbrochen und wieder fortgesetzt werden. Damit kann der Unterdruck in Abhängigkeit vom zu vakuumierenden Gut exakt gesteuert werden.
Wichtig dabei: Das ist keineswegs eine Funktion, die nur günstige Geräte bieten. Auch hochwertige Vakuumierer verfügen über Möglichkeiten, den Vakuumiervorgang zu kontrollieren. Interessant ist vielmehr, dass man solche Funktionen inzwischen auch bei sehr günstigen Geräten findet.
Ordentlich Leistung beim Absaugen
Wie kräftig ein Vakuumierer tatsächlich arbeitet, merkt man nicht nur am Vakuumbeutel.
Für einen kleinen Praxistest habe ich eine leere Dose in den Vakuumbehälter gelegt und die Luft abgesaugt. Das Ergebnis war eindeutig: Die Dose wurde regelrecht zusammengeknüllt. Test bestanden – das Gerät hat ordentlich Power.
Trotzdem zeigt dieser Effekt sehr deutlich, dass auch ein günstiger Vakuumierer mittlerweile ordentlich Kraft entwickeln kann.
Das Gerät ist lauter als Profi-Geräte, aber das sollte uns beim Essen nicht stören. Taub geworden bin ich dabei auch nicht.
Die Schweißnaht ist mindestens genauso wichtig
Eine starke Pumpe allein macht noch keinen guten Vakuumierer.
Nach dem Absaugen muss der Beutel zuverlässig verschlossen werden. Genau hier kommt die Schweißnaht ins Spiel.
Das Gerät arbeitet mit einer 4 mm breiten Schweißnaht. Und genau hier habe ich bei günstigen Vakuumierern früher oft schlechte Erfahrungen gemacht. Die Schweißnähte waren teilweise nur hauchdünn – etwa einen halben Millimeter – und sind bei Belastung oder nach einiger Zeit immer wieder aufgegangen.
Das ist bei diesem Gerät eine andere Liga. Die 4-mm-Schweißnaht wirkt deutlich stabiler und gibt gerade beim Einfrieren und längeren Lagern ein wesentlich besseres Gefühl. Das Vakuum allein bringt schließlich wenig, wenn die Schweißnaht anschließend nicht dicht hält.
Denn das beste Vakuum bringt wenig, wenn anschließend Luft in den Beutel zurückkommt.
Manuell könnte man zudem so viele Schweißnähte setzen wie man will.
Endlich vernünftige Vakuumbeutel statt dünner Plastikfolie nutzbar
Ein weiterer Unterschied zu den günstigen Geräten von früher: Heute lassen sich auch ca. 90 my starke, goffrierte Vakuumbeutel verwenden.
Bei älteren Billiggeräten war man dagegen oft auf extrem dünnes Beutelmaterial angewiesen, das kaum vernünftig vakuumieren ließ und bei der kleinsten Belastung eingerissen ist. Das hat beim Einfrieren besonders schnell für Frust gesorgt. Mit den stärkeren, goffrierten Beuteln funktioniert das Vakuumieren heute deutlich zuverlässiger und die Verpackung hält auch entsprechend mehr aus.
Klein und Leicht: Ein Pluspunkt auf Reisen
Was auf Reisen besonders praktisch ist: Auf ein schweres Edelstahlgehäuse kann man hier verzichten. Das macht den Vakuumierer deutlich leichter und kompakter als viele Profi-Geräte. Gerade im Auto, Wohnmobil oder Boot ist das ein echter Vorteil – wenn ohnehin jedes Kilo und jeder Zentimeter zählt. Der kleine Vakuumierer lässt sich problemlos ins Gepäck packen und ist damit ideal für Angelreisen, bei denen der gefangene Fisch direkt vor Ort portioniert und vakuumiert werden soll.
Was können die teuren Geräte besser?
Natürlich wäre es falsch zu behaupten, ein 25-Euro-Gerät sei in jeder Hinsicht genauso gut wie ein hochwertiger Vakuumierer.
Teurere Geräte sind häufig robuster gebaut und für eine deutlich intensivere Nutzung ausgelegt. Bei regelmäßiger gewerblicher Nutzung, vielen Vakuumiervorgängen hintereinander oder sehr großen Mengen spielen solche Unterschiede eine wichtige Rolle.
Auch bei Verarbeitung, Bedienung, Geschwindigkeit und Haltbarkeit können hochwertige Geräte Vorteile haben.
Wer täglich größere Mengen verarbeitet, hat deshalb durchaus gute Gründe, mehr Geld auszugeben.
Für den normalen Haushalt stellt sich allerdings eine andere Frage: Brauche ich diese zusätzlichen Reserven überhaupt?
Billig bedeutet nicht mehr automatisch schlecht
Genau das ist für mich die interessanteste Erkenntnis.
Früher musste man bei sehr günstigen Geräten teilweise deutliche Kompromisse eingehen. Schwache Saugleistung, schlechte Schweißnähte, nur dünne bzw. keine goffrierten Beutel nutzbar oder wenig Möglichkeiten, den Vakuumiervorgang zu beeinflussen, konnten den Spaß am Vakuumieren schnell verderben.
Das scheint sich verändert zu haben.
Die Technik ist mittlerweile so weit entwickelt und gleichzeitig so günstig geworden, dass selbst einfache Haushaltsgeräte eine Leistung bieten können, die für viele Anwendungen völlig ausreichend ist.
Dabei geht es nicht darum, dass ein 25-Euro-Gerät plötzlich ein professionelles Gerät ersetzt.
Es geht vielmehr darum, dass der technische Abstand kleiner geworden ist.
Für Fisch und Lebensmittel besonders interessant
Gerade beim Portionieren und Einfrieren von Fisch nach dem Fang in Norwegen ist ein Vakuumierer praktisch.
Portionen lassen sich platzsparend verpacken und anschließend einfrieren. Der Beutel liegt eng am Lebensmittel an und nimmt deutlich weniger Platz ein als viele herkömmliche Verpackungen.
Wer nur gelegentlich solche Arbeiten erledigt, muss dafür meiner Meinung nach nicht zwangsläufig ein teures Profigerät kaufen.
Fazit: Die günstigen Geräte haben aufgeholt
Nach meinen Erfahrungen mit deutlich teureren Vakuumierern hat mich das günstige Gerät positiv überrascht.
Für rund 25 Euro bekommt man heute einen Vakuumierer, der seine grundlegenden Aufgaben sehr ordentlich erledigt.
Er saugt kräftig ab, der Vakuumiervorgang lässt sich kontrollieren und die 4 mm breite Schweißnaht sorgt für einen zuverlässigen Verschluss.
Natürlich bleiben hochwertige Geräte bei intensiver Nutzung, Verarbeitung und Dauerbelastbarkeit im Vorteil. Wer täglich große Mengen vakuumiert, sollte weiterhin zu einem entsprechend ausgelegten Gerät greifen.
Für den normalen privaten Einsatz sieht die Rechnung aber anders aus.
Günstige Vakuumierer haben technisch aufgeholt. Sie können heute vieles, wofür man früher deutlich mehr Geld ausgeben musste.
Mein Fazit nach dem Vergleich mit Geräten, die ein Vielfaches gekostet haben: Für den normalen Haushalt muss ein guter Vakuumierer nicht mehr teuer sein. Wer keine professionelle Dauerleistung benötigt, bekommt bereits ab rund 25 Euro ein Gerät, das im Alltag sowie auf Angelreisen erstaunlich gut funktioniert.









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